Wasser ist für alle Lebewesen das wichtigste Gut. Fehlendes Wasser zieht Völkerwanderungen nach sich, fehlende Niederschläge führen verstärkt zu Wüstenbildungen. Gar Kriege um das kostbare Nass werden prophezeit. Fachleute warnen, dass auch hier in Mitteleuropa künftig nicht immer die Versorgung mit hygienisch einwandfreiem Trinkwasser gewährleistet sein wird. Die Bevölkerung muss damit rechnen, an besonders heißen Tagen zumindest stundenweise kein Wasser zur Verfügung zu haben. Gerade unter diesem Aspekt ist es sinnvoll, über Maßnahmen zum vernünftigen Umgang mit Trinkwasser nachzudenken. Nach heutigem Stand der Technik lässt sich in vielen Lebensbereichen Trinkwasser einsparen.
Bei Neubauten hat es sich bewährt, Regenwasser mittels Erdtanks aufzufangen und gefiltert für Waschmaschine, Toilettenspülung und Gartenbewässerung zu nutzen. Eine spezielle Aufbereitung des Wassers ist nicht notwendig, da es nicht als Trinkwasser, sondern als Nutzwasser verwendet wird. Beim Einbau des Systems wird ein Tank als Wasserspeicher an einer geeigneten Stelle zwischen Dachentwässerung und Kanalanschluss im Erdreich eingegraben. Bei Regen wird der Tank über das Fallrohr der Dachentwässerung gespeist. Ein Überlauf lässt bei Erreichen des maximalen Tankinhalts das überschüssige Regenwasser in die Kanalisation ablaufen und verhindert so einen Rückstau. Mittels einer Druckpumpe kann das gesammelte Regenwasser in ein separates Wasserleitungssystem eingespeist werden, welches das Nutzwasser an die angeschlossenen Verbrauchsstellen transportiert. Jedoch ist strengstens darauf zu achten, getrennte Leitungssysteme für Nutz- und Trinkwasser zu installieren, denn eine Vermischung der beiden Wasserarten ist nicht erlaubt. Zu leicht könnte es zu einer Verschmutzung des Trinkwassers kommen.
Selbst wenn die Installation zweier Rohrsysteme zu aufwändig ist, lohnt es sich, über den Einbau eines Erdtanks einzig für die Gartenbewässerung nachzudenken. Immerhin verbrauchen die Deutschen laut Statistik täglich pro Kopf 11 Liter Trinkwasser für die Gartenbewässerung. Eine vierköpfige Familie spart somit pro Jahr etwa 16.000 Liter Trinkwasser ein, wenn aufgefangenes Regenwasser zur Bewässerung verwendet wird. Je größer die zu bewässernde Gartenfläche ist, desto mehr rentiert sich der Einbau eines Erdtanks für Regenwasser.
Zisternen sind nicht nur ökologisch sinnvoll, sie sparen auch bares Geld. Viele Gemeinden bezuschussen den Einbau, denn durch die Erdtanks wird weniger Oberflächenwasser in die Kanalisation eingeleitet und das kommunale Abwassersystem entlastet. Und selbstverständlich sind für das Sammeln und Nutzen von Regenwasser zur Gartenbewässerung keine Wasser- und Abwassergebühren zu bezahlen.
Die Planung, den Einbau und die Wartung eines Erdtanks für Regenwasser sollte man einem Fachmann überlassen. Eine kompetente Beratung erspart viel Ärger. Das System funktioniert dauerhaft nur zur vollsten Zufriedenheit, wenn sämtliche Komponenten exakt aufeinander abgestimmt sind. Beispielsweise ist eine konstante Druckleistung der Pumpe notwendig, um eine gleich bleibende Reichweite des Gartenberegners zu gewährleisten. Die Pumpe sollte aus rostfreiem Material hergestellt sein und muss so angebracht werden, dass im Winter Frostschäden vermieden werden. Oftmals wird die Pumpe im Haustechnikraum integriert. Dann wiederum sollte man darauf achten, dass die Pumpe nicht zu laut ist.
Auch muss die Größe des Erdtanks, die sich nach dem jeweiligen Bedarf richtet, passend gewählt werden. Ist der Erdtank zu klein, steht kein Gießwasser in einer regenarmen Zeit zur Verfügung. Wurde der Tank hingegen zu groß gewählt, findet kein ausreichender Wasseraustausch statt. Das gespeicherte Wasser kippt um und verunreinigt Tank und Technik, was eine unnötige und kostenintensive Reinigung des kompletten Systems nach sich zieht. Für einen Fachmann ist es ein leichtes, die richtige Tankgröße für den jeweiligen Bedarf zu berechnen. Die wichtigsten Faktoren, die bei dieser Berechnung zu berücksichtigen sind, sind Gartenfläche, Größe der einleitenden Dachfläche sowie die ortsübliche Jahresniederschlagsmenge pro Quadratmeter.
Anhand dieser Daten und den daraus resultierenden Berechnungen ist es dem Fachmann ein Leichtes, aus den vielfältigen Angeboten, die auf dem Markt erhältlich sind, ein passendes System anzubieten.
Handwerklich geschickte Menschen können den anschließenden Einbau selbst vornehmen. Jedoch sollte man bedenken, dass Fachfirmen über eine entsprechende Ausrüstung verfügen. Erdarbeiten, Einbau und Inbetriebnahme gehen in der Regel sehr schnell vonstatten. Außerdem stehen ausführende Firmen in der Verpflichtung, eine reibungslose Funktionalität der Anlage zu garantieren. Sollte dies nicht der Fall sein, werden die Firmen innerhalb der Garantiefrist die Fehler der eingebauten Anlagen kostenlos beheben.
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