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01.04.2008

Bauseitige Schimmelbekämpfung

Mit der Zunahme der Verwendung moderner Baumaterialien in Verbindung mit Bauelementen (Fenster und Türen), deren perfekte Produktion zu hermetischen Verschluss von umbauten Räumen führt, hat der Schimmelbefall in Innenräumen dramatisch zugenommen.

Nur eine vollständige Sanierung kann künftige Gesundheitsschäden verhindern.Viele Schimmelarten richten kaum physikalische Schäden an, jedoch sind ihre Sporen gesundheitsschädlich. Andere Schimmelarten können Häuser derart schädigen, dass sie ganz oder teilweise erneuert werden müssen.

Der bekannteste Schädling dieser Art ist der echte Hausschwamm. Bis vor wenigen Jahren war der Befall mit ihm noch meldepflichtig. Er zerstört neben Holz auch Mauerwerk und findet in modernen gipsbasierten Putzmaterialien ideale Existenzbedingungen.
Farben, Wand- und Bodenbeläge begünstigen oft die Schimmelbildung, da sie die hygroskopischen Fähigkeiten von Boden, Wänden und Decken stark beeinträchtigen und sogar gegen Null schrumpfen lassen. Dies bedeutet, dass Luftfeuchtigkeit, also Wasser durch die Materialen hindurch gelangen kann (Dampfdiffusionsfähigkeit).
Kommen dann noch Unachtsamkeit der Bewohner hinzu, die zu wenig, gar nicht oder falsch Lüften, ist die Frage von Schimmelbefall nur eine Frage der Zeit.
In Räumen, die nur unregelmäßig, selten oder nur als Abstellfläche genutzt werden, ist das Risiko deshalb nicht geringer, weil sie meist nicht beheizt und nicht ausreichend gelüftet werden. Werden Wasch- und Trockenräume in Kellerräumen regelmäßig genutzt, ist seltener ein Befall zu konstatieren. Trotz der anfallend hohen Luftfeuchtigkeit ist diese überraschende Beobachtung bei näherem Hinsehen logisch, denn dann werden diese Räume auch ausreichend gelüftet. Ist der Luftaustausch in solchen Räumen nicht möglich oder nehmen die Nutzer diese Lüftung nicht in gebotenem Umfang eine solche vor, bleiben diese Räume nicht verschont.

Bei Schimmelbefall sollte unbedingt ein Fachmann zugezogen werden. Dieser sollte Art und Umfang des Schimmelbefalls auf das genaueste bestimmen. Da nicht selten erst Erkrankungen von Bewohnern zur Befallsuche führen, sind auch Raumluftmessungen notwendig. Erst wenn die kompletten Befunde vorliegen, können die Bewohner im Zusammenwirken mit ihrem behandelnden Arzt und hinzugezogenen Baubiologen entscheiden, ob befallene Räume weiter bewohnt werden können, wie die Ursachen für Schimmelbekämpfung beseitigt werden können und welche Therapien zweckvoll sind. In der überwiegenden Zahl aller Fälle ist Kondenswasser ursächlich für Schimmelbildung. Warme Luft kann mehr Wasser aufnehmen als kalte. Trifft diese auf kalte Wände, kondensiert das in ihr enthaltene Wasser auf der kalten Wand.
Ist ein Keller beispielsweise feucht, liegt meist ein anderes Problem zu Grunde. Besonders Kelleraußenwände sind bei ungenügender Isolierung gegen von außen eindringende Feuchtigkeit stark gefährdet. Erste Anzeichen können Ausblühungen am Mauerwerk innen sein, egal ob es verputzt ist oder nicht. Jeder Hausbesitzer ist in diesem Fall gut beraten, die zwar aufwendige und somit ärgerliche, aber zum Schutz der über dem Keller liegenden Räume vor der in den Wänden aufsteigenden Feuchtigkeit unumgänglich notwendigen Trockenlegung aller Kelleraußenwände schnellstens vorzunehmen. Hierzu müssen diese Wände freigelegt – also vom umgebenden Erdreich befreit werden. Dieses Ausschachten erfolgt durch Aufnahme von evtl. vorhandenen Gehwegplatten und einem etwa 60cm breiten Graben, der in der Tiefe die Fundamente beinhalten sollte. Heutzutage ist für dieses Ausschachten nicht mehr ausschließlich die Knochenarbeit früherer Zeiten von Nöten.
Minibagger, deren Bedienung leicht zu erlernen ist, können die Masse der Arbeit erheblich erleichtern. Es sollte vorher genau geprüft werden, wo Versorgungsleitungen in das Haus führen und in diesen Gefahrenbereichen sollte mit dem Minibagger erst das daneben liegende Terrain freigelegt werden. Dann ist die Handarbeit auf ein absolutes Minimum reduziert. Achtung: Man denke an die Sicherung des Grabens. Nicht selten sind diese Gräben mannshoch. Zu schnell kann nachfallendes Erdreich im Graben tätige Menschen verschütten.
Ist das Mauerwerk freigelegt, wird es gründlich von losen Teilen Sand oder Erdreich gesäubert. Schadstellen und Fehlstellen im Mauermörtel werden ausgebessert und verfugt. Danach wird ein hoch vergüteter Zementschlamm mit dem Quast aufgebracht. Ist sie völlig getrocknet und ausgehärtet, kann eine zweite Schicht aufgebracht werden. Nun folgt der Anstrich mit einem bitumenhaltigen Isolieranstrich. Da dieser die wasserabweisende Außenhaut der Kellerwände bilden soll, muss sehr sorgfältig gearbeitet werden, sicherheitshalber in mehren Schichten für die gewünschte Dichtigkeit gesorgt werden. Zum Schutz dieses Anstrichs werden Drainageplatten an die Wände geklebt, bevor das Erdreich angeschüttet wird. Viele Minibagger verfügen neben ihrem Greifarm über Schiebeschilder, mit denen diese Arbeit erheblich erleichtert wird. Innerhalb weniger Wochen ist bei sorgfältiger Lüftung nach einer solchen Aktion gut zu erkennen, wie das Mauerwerk gründlich austrocknet. Wer es sehr eilig hat, kann mit geeigneten Bautrocknungsgeräten wirkungsvoll nachhelfen und so die Trocknungszeit möglicherweise auf wenige Tage reduzieren. Erst dann ist die Sanierung der Innenseiten des Kellers sinnvoll. Befallener Putz sollte abgeschlagen werden und vor einer Erneuerung muss mit im Handel befindlichen Lösungen die Wände großzügig getränkt werden. So werden auch die unsichtbaren Myzele zerstört und können in dem neu aufzubringenden Putz nicht wieder neues Wachstum entwickeln.

 

Links zum Thema Schimmel in Wohngebäuden:

 

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